CANCOM: Könntest du zunächst erzählen, wie dein beruflicher Werdegang bisher aussah? Wie bist du damals zu CANCOM gekommen?
Sascha: Ende der 1990er Jahre habe ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei einem Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik gemacht. Zu der Zeit waren PCs gerade groß im Kommen, und meine Vorgesetzten fragten mich, ob ich mir vorstellen könnte, in dieser Abteilung zu arbeiten. Da ich leidenschaftlicher Gamer war – und bis heute bin – und mir meine PCs auch selbst zusammengebaut habe, war das genau mein Ding.
2006 wurde das Unternehmen Holme & Co. Computer + Lösungen oHG von CANCOM übernommen, und seitdem bin ich Teil des Teams. In den vergangenen 20 Jahren habe ich mich vom Key Account Manager zum Director der Region Augsburg entwickelt und verantworte heute dort die Niederlassung mit 15 Kolleginnen und Kollegen. Unser Team besteht aus Account Managern, Inside Sales Mitarbeitenden, Consultants und mir als Führungskraft.
CANCOM: Wie bist du Director der Region Augsburg geworden?
Sascha: Das Ganze begann tatsächlich eher aus einer spontanen Aussage heraus. In einem Gespräch mit meinem damaligen Vorgesetzten habe ich scherzhaft gesagt: „Das, was du machst, mache ich nebenbei mit links.“ Kurz darauf stellte sich heraus, dass genau diese Position neu besetzt werden sollte und sie für die Neubesetzung an mich gedacht hatten. In dem Moment wurde mir bewusst, dass ich den Mund vielleicht etwas zu voll genommen hatte. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Schritt wirklich gehen möchte. Nach über zehn Jahren auf Augenhöhe mit dem Team plötzlich die Führungsrolle zu übernehmen, ist keine einfache Situation. Entscheidend war schließlich der Zuspruch meiner Familie und vor allem meiner Tochter. Nach vielen Gesprächen habe ich mich dafür entschieden und bin rückblickend sehr froh darüber. Zuvor wurde geprüft, ob die notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten für eine Führungsposition vorhanden sind. Heute arbeite ich mit einem tollen Team zusammen. Natürlich gibt es auch mal kleine Reibungspunkte, aber durch eine offene und ehrliche Kommunikation – so wie ich es auch von meinem Vorgänger gelernt habe – versuche ich, alle mit ins Boot zu holen.
CANCOM: Wie hast du die Übernahme durch CANCOM im Jahr 2006 erlebt?
Sascha: Anfangs war ich ehrlich gesagt skeptisch. CANCOM war damals ein Wettbewerber im Apple-Umfeld, und wir gehörten zu den ersten Unternehmen, die sich auf Mobile Computing spezialisiert hatten. Trotzdem habe ich mich darauf eingelassen und dem Ganzen eine Chance gegeben. Gemeinsam haben wir dann bei CANCOM einen Fachvertrieb für Mobile Computing aufgebaut und Themen wie Notebooks erfolgreich weiterentwickelt. Zunächst noch in Jettingen-Scheppach, später wurde klar, dass auch eine Niederlassung in Augsburg gebraucht wird. Seitdem bin ich dort tätig und feiere inzwischen mein 20-jähriges Firmenjubiläum.
CANCOM: Hat für dich bei CANCOM immer alles gepasst?
Sascha: Anfangs war es, wie beschrieben, etwas holprig. Gerade bei einer Übernahme werden Kunden häufig neu verteilt, was im Vertrieb nicht immer einfach ist. Dank meines Netzwerks konnte ich diese Phase jedoch gut meistern. Seitdem passt es für mich bei CANCOM sehr gut.
Was das Unternehmen für mich besonders macht, ist das starke Miteinander. Teamgeist und Vertrauen prägen den Arbeitsalltag. Viele Kolleginnen und Kollegen bleiben lange im Unternehmen oder kommen wieder zurück. Für mich fühlt sich das Ganze fast wie eine Familie an. Wir verbringen viel Zeit miteinander, unterstützen uns gegenseitig und freuen uns gemeinsam über Erfolge. Dieser Spirit hat sich über die Jahre hinweg trotz neuer Teammitglieder nicht verändert. Genau das schätze ich sehr und es ist auch ein Grund, warum ich nur selten im Homeoffice bin.
Besonders bereichernd finde ich außerdem den Aufbau langfristiger Beziehungen mit Kunden. Es ist spannend zu sehen, wie sich über die Zeit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt, die über die reine Sachebene hinausgeht. Viele Kunden begleiten mich schon seit Jahren, und wenn sie immer wieder auf uns setzen, ist das für mich ein großes Kompliment und eine schöne Bestätigung unserer Arbeit.
CANCOM: Was begeistert dich an der IT und am Vertrieb in diesem Umfeld?
Sascha: Das IT-Umfeld ist unglaublich spannend, weil es sich ständig weiterentwickelt und nie langweilig wird. Mich hat Technik schon immer interessiert. Deshalb wollte ich auch im Vertrieb genau verstehen, wie die Lösungen funktionieren. Ich habe unseren Technikern viele Fragen gestellt und mir ein grundlegendes Verständnis aufgebaut – etwa wie Storage-Systeme funktionieren, wie Netzwerke aufgebaut sind und wie alles zusammenspielt. Dieses Wissen hat mir in Kundengesprächen enorm geholfen, weil ich Zusammenhänge besser erklären und auf Augenhöhe kommunizieren konnte. Auch wenn die eigentliche Konfiguration meist von der Technik übernommen wird, habe ich vieles selbst ausprobiert. Das hat Prozesse beschleunigt und mir Sicherheit gegeben. Dieses Dranbleiben und der eigene Anspruch, Dinge wirklich zu verstehen, treiben mich bis heute an und machen es im Vertrieb deutlich leichter, erfolgreich zu sein.
CANCOM: Was hat sich in den letzten Jahren bei CANCOM verändert und wie hast du dabei die Digitalisierung erlebt?
Sascha: Über die Jahre hat sich CANCOM stark professionalisiert, sowohl organisatorisch als auch strukturell. Prozesse sind klarer, Rollen und Verantwortlichkeiten besser definiert. Ein wichtiger Schritt war zudem die Entwicklung einer übergreifenden Unternehmensstrategie, die Orientierung gibt. Natürlich gibt es weiterhin Optimierungspotenzial, aber insgesamt ist deutlich spürbar, dass sich CANCOM stetig weiterentwickelt. Technologisch war CANCOM schon immer ein Vorreiter. Neue Entwicklungen wurden früh aufgegriffen und aktiv vorangetrieben. Aktuell zeigt sich das besonders im Bereich Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig bringt genau diese Stärke auch eine Herausforderung mit sich: Innovationen nicht nur früh zu erkennen, sondern sie auch nachhaltig in die Breite zu bringen und erfolgreich zu skalieren.
Die Digitalisierung selbst habe ich als einen kontinuierlichen Prozess erlebt. In der IT-Branche entwickelt man sich ganz automatisch mit den Technologien weiter. Deshalb fühlt sich vieles gar nicht wie eine große Veränderung an, sondern eher wie ein natürlicher Fortschritt. Deutlich verändert hat sich aber der Arbeitsalltag: Wir arbeiten heute mit mehr Tools und Systemen, die die Zusammenarbeit erleichtern, gleichzeitig aber auch komplexer machen. Entscheidend ist, diese sinnvoll zu strukturieren und effizient zu nutzen.
CANCOM: Gibt es eine Anekdote, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Sascha: Eine Geschichte, die ich nie vergessen werde, stammt noch aus meiner Zeit in Jettingen-Scheppach. Wir saßen damals in einem kleinen Team an einem gemeinsamen Tisch. Ich hatte über Wochen das Gefühl, mein Arbeitsplatz würde ständig leicht vibrieren. Ich habe alles überprüft – den PC, den Tisch – aber nichts gefunden. Irgendwann habe ich schon an mir selbst gezweifelt. Am Ende stellte sich heraus, dass meine Kollegen mir heimlich ein Cablematic USB Massageball unter den Tisch geklebt hatten und es immer wieder ein- und ausgeschaltet hatten. Das Ganze ging wochenlang, und ich bin komplett darauf reingefallen.
Solche Streiche waren und sind bei uns Ausdruck des Teamgeists. Es geht nie darum, jemanden bloßzustellen, sondern gemeinsam Spaß zu haben und zu lachen. Genau das ist es auch, was ich bis heute an der Zusammenarbeit in meinem Team schätze. Arbeit ist eben mehr als nur Aufgaben abarbeiten, es sind die Menschen und die gemeinsamen Erlebnisse. Und genau solche Momente und Geschichten bleiben am Ende besonders in Erinnerung.
CANCOM: Welche Tipps würdest du neuen Mitarbeitenden im Vertriebsumfeld mitgeben?
Sascha: Ein zentraler Erfolgsfaktor ist ein gutes internes Netzwerk. Wer früh Kontakte knüpft und weiß, wen er bei welchen Themen ansprechen kann, kommt deutlich schneller voran. Gerade im Vertrieb ist außerdem Geduld wichtig. Erfolge kommen selten sofort, sondern bauen sich über die Zeit auf. Besonders am Anfang braucht man Ausdauer, Fleiß und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Kaltakquise gehört dazu, und Absagen sind normal. Wichtig ist deshalb, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern kontinuierlich weiterzumachen und seinen eigenen Weg zu finden. Oft ist es sogar so, dass sich nach einer gewissen Zeit plötzlich vieles gleichzeitig entwickelt und der berühmte „Knoten platzt“. Unsere Aufgabe als Führungskräfte ist es, realistische Erwartungen zu setzen und neue Kolleginnen und Kollegen aktiv zu begleiten.
CANCOM: Was wünschst du dir für die Zukunft des Unternehmens und deine persönliche Zukunft im Beruf?
Sascha: Ich wünsche mir, dass CANCOM weiterhin erfolgreich bleibt und sich konsequent weiterentwickelt. Der Markt verändert sich schnell, der Wettbewerb ist groß. Deshalb ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist für mich der Teamspirit. Ich hoffe, dass wir diesen durch noch mehr Eigenverantwortung, Initiative und Miteinander weiter stärken. Und persönlich wünsche ich mir vor allem, dass ich weiterhin Teil davon sein kann. Ich arbeite sehr gerne hier und gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit. Auf diesem Weg möchte ich mich auch bei meinem Team für die tolle Zusammenarbeit bedanken und freue mich auf die nächsten 20 Jahre mit ihm.
CANCOM: Vielen Dank für die persönlichen Einblicke in deine über 20 Jahre bei CANCOM. Wir wünschen dir weiterhin viel Freude und Erfolg auf deinem Weg.