CANCOM: Wie bist du zur IT und zu CANCOM gekommen?
Andreas: IT hat mich schon in der Schulzeit begeistert – immer dann, wenn es etwas Neues gab, wollte ich sofort verstehen, wie es funktioniert. Nach der Schule habe ich allerdings zuerst eine Ausbildung zum Personalfachkaufmann gemacht und in der Personalabteilung eines Kassensystem-Anbieters gearbeitet. Dort wurde später ein FU Analyst für Unix-Systeme gesucht – und das hat sofort mein Interesse geweckt. Ich habe mich beworben, wurde genommen und damit begann meine eigentliche IT Laufbahn. 1996 fing ich dann bei Bernecker & Partner später EinsteinNet an, die von CANCOM übernommen wurden.
CANCOM: Wie haben sich deine Aufgaben in 30 Jahren verändert?
Andreas: Als ich vor rund 30 Jahren gestartet bin, drehte sich meine Arbeit vor allem um Novell Software- und Netzwerksysteme. Das bedeutete damals viel praktische Technik: Kabel verlegen, Rechenzentren umbauen und von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen lernen. Später war ich als Systemtechniker bei unterschiedlichsten Kunden im Einsatz – teilweise sogar über Monate oder Jahre direkt bei ihnen vor Ort. Mit der Zeit veränderte sich mein Aufgabenfeld deutlich. Statt überwiegend technischer Infrastruktur standen zunehmend effiziente Softwareprozesse und automatisierte Abläufe im Mittelpunkt – besonders in großen Kundenumgebungen. Das hat sich grundsätzlich bis heute nicht geändert – nur die Arbeitsweise ist eine andere: Während man früher fast immer vor Ort war, läuft heute dank technischer Möglichkeiten vieles remote. Inzwischen bin ich Senior Consultant Microsoft Workplace im CANCOM AHP-Team. Ich betreue Kunden bei der Software-Verteilung und Fehlerbehebung, unterstütze bei M365 Themen und entwickle Tools, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren.
CANCOM: Was hat sich bei CANCOM verändert – und was ist gleichgeblieben?
Andreas: CANCOM war schon vor 30 Jahren ein aufstrebendes Unternehmen und ist es heute noch. Technologisch erlebten wir gewaltige Sprünge, besonders beim Wechsel von alten Unix-Systemen hin zu Microsoft. Auch die Hardware hat sich massiv verändert: von klobigen Monitoren zu schlanken, mobilen Lösungen. Bei CANCOM waren wir schon immer technik- und softwareseitig modern aufgestellt und oft frühzeitig mit neuen Technologien unterwegs.
Stark verändert hat sich auch die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen. Früher war man viel häufiger Einzelkämpfer – allein beim Kunden und ohne schnelle Kommunikationsmöglichkeiten. Es gab kein Internet, und Kolleginnen und Kollegen, die gerade bei anderen Kunden im Einsatz waren, konnten telefonisch oft nicht erreicht werden. Man musste also sehr viel selbst wissen oder hatte Bücher dabei, in denen man alles nachgeschlagen hat. Heute ist das komplett anders: Wir arbeiten in großen Teams, können jederzeit jemanden fragen und sind digital bestens vernetzt. Das macht die Arbeit nicht nur einfacher, sondern auch deutlich effizienter.
CANCOM: Gab es ein Schlüsselerlebnis, bei dem du gemerkt hast: „Hier passiert gerade etwas Großes“?
Andreas: Ja – 1993, noch vor meiner Zeit bei CANCOM. Ein Kollege zeigte mir zum ersten Mal das Internet. Wir saßen vor einem uralten Rechner, der Browser war ein schwarz weißer, rein textbasierter Mozilla Vorgänger, ohne jegliche Grafik, ohne Farben, ohne Komfort. Und trotzdem war sofort klar: Das wird die Welt verändern. Die Vorstellung, Informationen nicht mehr aus Büchern, Disketten oder Handbüchern holen zu müssen, sondern sie direkt aus einem globalen Netzwerk abzurufen – das war unfassbar faszinierend. Wenn ich heute zurückblicke und sehe, wie rasant sich alles entwickelt hat, wird mir erst richtig bewusst, was für ein gewaltiger technischer Sprung das damals war. Und dass ich diese Entwicklung über drei Jahrzehnte hinweg miterleben und mitgestalten durfte, fühlt sich im Rückblick fast schon ein bisschen wie ein technisches Zeitreiseabenteuer an.
CANCOM: Welche Höhen und Tiefen hast du erlebt?
Andreas: Natürlich gab es in den letzten 30 Jahren nicht nur Höhen, sondern auch herausfordernde Zeiten. Ein prägendes Tief war für mich – wie für viele andere – die Dotcom Pleitewelle 2002. Durch den Börsencrash sind damals viele Unternehmen verschwunden, und auch bei uns war die Situation deutlich spürbar. Es war eine Phase voller Unsicherheit. Rückblickend sehe ich diese Zeit aber nicht nur als Tiefpunkt, sondern auch als persönliches Hoch: Ich bin gut durch diese Krise gekommen und habe erlebt, wie wichtig Widerstandskraft, Zusammenhalt und Vertrauen ins Unternehmen sind.
Klar gab es immer wieder Herausforderungen – neue Technologien, neue Kundenanforderungen, neue Arbeitsweisen. Aber genau das hat mich fachlich und persönlich weitergebracht.
CANCOM: Was begeistert dich an deinen Aufgaben?
Andreas: Mich fasziniert die ständige Weiterentwicklung der Technik. In den letzten 30 Jahren hat sich enorm viel verändert, und genau dieses Tempo motiviert mich bis heute. Um immer am Puls der Zeit zu bleiben, erhielt ich von CANCOM zahlreiche Schulungen und Workshops – und gleichzeitig macht es mir Freude, dieses Wissen an Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben und gemeinsam zu wachsen.
Ein Bereich, der mich besonders begeistert, ist die AHP mit all ihren Facetten. Mich beeindruckt, wie vielseitig sie ist und wie direkt man mit unseren Kunden in Kontakt steht. Diese unmittelbare Zusammenarbeit – das gemeinsame Lösen von Herausforderungen – macht mir nach all den Jahren immer noch richtig Spaß. Mittlerweile entwickle ich auch eigene Tools rund um die AHP, vor allem wenn es darum geht, redundante Aufgaben zu automatisieren oder Betriebsabläufe zu vereinfachen. Genau dieser Mix aus technischer Weiterentwicklung, Kundenkontakt und kreativer Problemlösung begeistert mich jeden Tag aufs Neue.
Technik begleitet mich aber nicht nur im Beruf, sondern auch privat. In meiner Freizeit beschäftige ich mich aktuell viel mit KI-Tools zur Musikproduktion – ein spannendes Feld, in dem ich kreativ sein und gleichzeitig neue Technologien ausprobieren kann. Einige meiner KI- Kompositionen lade ich sogar auf YouTube hoch. Für mich ist es faszinierend zu erleben, wie Technik und Kreativität zusammenfinden – und genau diese Mischung begeistert mich sowohl im Job als auch in meiner Freizeit.
CANCOM: Gibt es eine Anekdote, die du nie vergessen wirst?
Andreas: Ja, da gibt es tatsächlich eine lustige Geschichte, die fast 30 Jahre zurückliegt. Während einer Kundenschulung legten wir eine Computermaus samt Pad neben eine damals unglaublich moderne Kaffeemaschine mit großem, digitalem Display – für die damalige Zeit echte Hightech. Das Kabel der Maus führten wir so nach hinten, dass es aussah, als sei sie direkt mit dem Gerät verbunden. Fast alle Teilnehmenden haben tatsächlich versucht, die Kaffeemaschine mit der Maus zu bedienen – völlig überzeugt davon, dass das so funktionieren müsste. Für uns war das ein Heidenspaß. Wir standen um die Ecke und haben Tränen gelacht. Bei aller Professionalität bei der Arbeit gehören auch immer ein bisschen Quatsch und Humor dazu. Solche Momente schweißen zusammen und bleiben im Gedächtnis.
CANCOM: Welche Ratschläge gibst du neuen Mitarbeitenden? Was hättest du dir selbst in den ersten Jahren gern als Tipp gegeben?
Andreas: Seid neugierig! Schaut euch im Unternehmen um und nutzt jede Gelegenheit, Einblicke in verschiedene Bereiche zu bekommen. CANCOM bietet viele spannende Abteilungen, die man nach und nach kennenlernt. Wer offen bleibt, kann nicht nur das Unternehmen besser verstehen, sondern entdeckt vielleicht auch Themen, in denen man sich später spezialisieren oder weiterentwickeln möchte. Diese Vielfalt zu nutzen, öffnet Perspektiven – fachlich und persönlich.
Rückblickend hätte ich mir selbst in den ersten Jahren den Rat gegeben: Man darf ruhig auch mal Nein sagen. Gerade als Berufseinsteiger neigt man dazu, alles anzunehmen oder Dinge zu tun, die einem eigentlich nicht guttun. Heute weiß ich: Wenn etwas nicht passt oder man ein ungutes Gefühl hat, sollte man das offen ansprechen – nicht nur, um Frust nicht mit nach Hause zu nehmen, sondern auch, weil sich dadurch oft neue Wege ergeben. Wenn man eigene Ideen einbringt und klar sagt, was man braucht, entstehen Alternativen und Lösungen, auf die man sonst gar nicht gekommen wäre.
CANCOM: Was gefällt dir bei CANCOM? Was wünschst du dir für die Zukunft des Unternehmens – und für deine persönliche Zukunft?
Andreas: Ein wichtiger Punkt, warum ich gerne bei CANCOM bin, sind die Menschen. Ich hatte immer Vorgesetzte, die fachlich stark und menschlich fair waren. Dazu kommt ein Team aus tollen Kolleginnen und Kollegen. Und auch das Finanzielle hat immer gepasst. Diese Kombination aus guter Führung, einem starken Team, spannenden Aufgaben und einer stabilen Basis – das hat für mich einfach immer gestimmt.
Ich wünsche mir, dass CANCOM weiterhin sein gutes Gespür für die Trends der Zeit behält und die richtigen Entscheidungen trifft – sei es bei neuen Technologien, neuen Geschäftsmodellen oder neuen Formen der Zusammenarbeit. Wenn wir als Unternehmen weiterhin aufmerksam bleiben, mutig handeln und die passenden technologischen Weichen stellen, dann bin ich überzeugt, dass CANCOM auch in Zukunft erfolgreich und innovativ bleibt.
Und für mich persönlich? Die Rente rückt langsam näher, aber genau deshalb möchte ich meine letzten Berufsjahre genauso engagiert gestalten wie die Jahrzehnte davor. Ich möchte weiterhin mein Know-how einbringen, Kunden unterstützen und Projekte voranbringen.
CANCOM: Nochmals herzlichen Glückwunsch zu deinem Jubiläum und vielen Dank für die spannende Reise in deine Zeit bei CANCOM.
Wer in die Musik von Andreas reinhören möchte, kann das hier tun.