Sven Sternke über Vertrauen, Teamwork, Technik und die Leidenschaft für seinen Beruf
Unser Kollege Sven Sternke liebt, was er tut – und das merkt man sofort. Als Senior Key Account Manager bei CANCOM betreut er Kunden, deren Netzwerke zum Rückgrat unserer modernen Gesellschaft gehören. Mit technischem Know-how, Empathie und Teamgeist gestaltet er Lösungen, die nicht nur funktionieren, sondern schützen. Im Gespräch berichtet er über eines seiner spannendsten Projekte – die Modernisierung des Security Operations Centers der DB InfraGO AG – und, warum für ihn digitale Sicherheit weit mehr ist als nur ein Job.
14. Januar 2026
|
Lesedauer: 8 min.

CANCOM: Wie würdest du deine Rolle als Senior Key Account Manager bei CANCOM beschreiben?
Sven: Als Senior Key Account Manager im Bereich Account Sales Utility liegt mein Fokus auf dem Themenfeld Industrial Communication Networks & Security. Ich betreue Kunden, die vor der Herausforderung stehen, ihre industriellen Netzwerke sicher, modern und zuverlässig zu betreiben. Dabei begleite ich sie vom ersten Gespräch über die Ausschreibung bis hin zur Implementierung und darüber hinaus. Hier geht es nicht nur um Technik, sondern um Verständnis. Ich sehe mich als Problemlöser, Berater, Unterstützer, Mitdenker und helfende Hand – jemand, der zuhört, die Herausforderungen des Kunden erfasst und in nachhaltige, tragfähige Lösungen übersetzt. Ziel ist es, die digitale Transformation so umzusetzen, dass sie den Kunden stärkt und schützt, ohne seine Abläufe zu gefährden.
CANCOM: Ein Kundenprojekt in deiner Verantwortung ist das Security Operations Center (SOC) der DB InfraGO AG. Worum ging es in diesem Projekt genau?
Sven: Die DB InfraGO AG, eine Tochter der Deutschen Bahn, ist verantwortlich für Planung, Betrieb und Instandhaltung der Schieneninfrastruktur in Deutschland. Damit gehört sie zur kritischen Infrastruktur, bei der Sicherheit, Stabilität und Verfügbarkeit oberste Priorität haben. In einer Zeit, in der Cyberangriffe längst Realität sind, muss ein Unternehmen wie die DB InfraGO seine Systeme besonders schützen. Dafür betreibt sie eigene SOCs in Berlin und Frankfurt – gewissermaßen die digitalen Leitstellen für die Sicherheit des deutschen Bahnverkehrs.
CANCOM durfte die Neuausstattung dieser beiden SOC-Standorte umsetzen. Dabei ging es nicht nur um technische Modernisierung, sondern um ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das langfristig tragfähig und zukunftssicher ist. Gemeinsam mit dem Kunden haben wir eine Virtualisierungsumgebung aufgebaut, die Stabilität, Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit gewährleistet. Gleichzeitig stellten wir sicher, dass die Systeme eigenständig betrieben werden können – durch klare Prozesse, Schulungen und kontinuierliche Unterstützung unserer Services.
CANCOM: Wie läuft ein solches Großprojekt von der ersten Idee bis zur Umsetzung ab?
Sven: Solche Projekte entstehen durch intensive Kundenpflege und langfristige Beziehungen. Es braucht Geduld und Vertrauen – manchmal dauert es Jahre, bis man wirklich Fuß gefasst hat. Am Anfang steht immer ein konkretes Bedürfnis des Kunden, hier die Modernisierung der SOCs. Danach folgt ein Wettbewerbsverfahren, bei dem geprüft wird, ob ein potenzieller Partner die hohen Anforderungen erfüllen kann. Wir reichen dafür umfangreiche technische Konzepte, wirtschaftliche Nachweise und Unterlagen ein. Kommt man in die engere Auswahl, beginnt die Ausschreibungs- und Verhandlungsphase. Hier ist es entscheidend, sehr strukturiert zu arbeiten, Fristen einzuhalten, komplexe Anforderungen zu verstehen und intern wie extern alle Beteiligten auf einen gemeinsamen Stand zu bringen. Da ist echtes Teamwork gefragt.
Für die InfraGO AG haben wir ein starkes Team aus rund 15 Kolleginnen und Kollegen zusammengestellt – aus Vertrieb, Technik, Projektmanagement, Legal, Einkauf und Service. Dazu kamen unsere Herstellerpartner und Distributoren. Jeder hatte eine entscheidende Rolle. Uns war besonders wichtig, nicht nur Lizenzen zu liefern, sondern den Kunden durch Services und Schulungen zu befähigen, das SOC eigenständig zu betreiben. Auch nach Abschluss des Projekts steht CANCOM weiterhin als technischer Ansprechpartner zur Verfügung – sowohl für zukünftige Erweiterungen als auch für Fragen im laufenden Betrieb. Die Zusammenarbeit ist routiniert und darauf ausgelegt, langfristig erfolgreich fortgeführt zu werden.
CANCOM: Wie wichtig war dabei die Zusammenarbeit mit den Partnern?
Sven: Enorm wichtig. Die technische Basis bildete VMware vSphere von Broadcom, eine Lösung, die ideal für sicherheitskritische Umgebungen ist – hochverfügbar, skalierbar und ausfallsicher. Das Projekt wurde über einen mehrjährigen Rahmenvertrag umgesetzt. Wir verstehen uns bei CANCOM nicht als reiner Vermittler zwischen Hersteller und Kunde, sondern als strategischer Partner, der beide Welten verbindet. Die enge Beziehung zwischen CANCOM und Broadcom war dabei ein echter Vorteil – wir konnten passgenaue, zukunftssichere Lösungen gestalten.
CANCOM: Was waren für dich die größten Herausforderungen in diesem Projekt?
Sven: Die Anforderungen waren von Anfang an hoch. Der laufende Betrieb durfte zu keiner Zeit beeinträchtigt werden – in industriellen Umgebungen eine echte Herausforderung.
Für mich persönlich war die größte Herausforderung, alle Fäden in der Hand zu behalten: technische Details verstehen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen kennen und gleichzeitig das Vertrauen des Kunden wahren. Jeder Schritt muss dokumentiert, abgestimmt und termingerecht umgesetzt werden – Fehler sind in diesem Umfeld keine Option.
CANCOM: Was treibt dich an, im Beruf immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen?
Sven: Ich sehe solche Projekte nicht als Belastung, sondern als Antrieb. Es ist faszinierend zu erleben, wie viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, um etwas so Komplexes erfolgreich umzusetzen. Wenn der Kunde am Ende sagt: „Das funktioniert, wir fühlen uns sicher und verstanden“, dann hat sich jede Stunde gelohnt. Es zeigt aber auch, dass das Serviceverständnis von CANCOM ankommt. Ich empfinde es als große Verantwortung, einen solchen Account wie die DB InfraGO AG betreuen zu dürfen. Mich motiviert, dass ich durch meine Arbeit einen echten Unterschied machen kann. Bei diesem Projekt bedeutet IT-Sicherheit nicht nur den Schutz von Daten, sondern reale Sicherheit – für Mitarbeitende, Reisende und die Infrastruktur des Landes.
Besonders stolz bin ich darauf, dass wir bei CANCOM die digitale Zukunft aktiv mitgestalten – etwa in den Bereichen Cybersecurity, künstliche Intelligenz oder digitale Gesundheitsversorgung. Diese Themen werden in den kommenden Jahren noch wichtiger.
CANCOM: Welchen Stellenwert hat Teamarbeit bei solchen Projekten?
Sven: Teamarbeit ist das Herzstück unseres Erfolgs. Ich arbeite in einem Umfeld, in dem jeder für den anderen einsteht. Wir begegnen uns auf Augenhöhe – unabhängig von Hierarchie oder Funktion. Ich vergleiche das gern mit einer Fußballmannschaft: Im Sturm kannst du nur Tore schießen, wenn das Mittelfeld die Pässe richtig spielt. Genauso ist es bei uns – jeder bringt seine Stärke ein, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Diese Kultur erlebe ich bei CANCOM jeden Tag. Ob im Projekt, bei Team-Events oder einfach im Alltag – es herrscht eine Offenheit und Kollegialität, die ich sehr schätze – auch von unseren Führungskräften, die stets nah am Team sind und aktiv mitarbeiten.
CANCOM: Du engagierst dich in deiner Freizeit als Rettungssanitäter. Wie passt das zu deinem Beruf – und wie unterstützt dich CANCOM dabei?
Sven: Das ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich bin ausgebildeter Rettungssanitäter und Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, aktiv im Katastrophenschutz. Ich fahre an Wochenenden regelmäßig Einsätze und nehme an Fortbildungen teil. Diese Tätigkeit ist fordernd, aber sie gibt auch unglaublich viel zurück. Wenn man einem Menschen in einer Notsituation helfen kann, vielleicht sogar sein Leben rettet, ist das unbeschreiblich. Es ist meine Art, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
CANCOM unterstützt mich dabei sehr – ich darf Sonderurlaub nehmen, um meine Pflichtstunden und Schulungen zu absolvieren. Das ist nicht selbstverständlich, und dafür bin ich dankbar.
Zwischen meinen beiden Tätigkeiten gibt es viele Parallelen: Teamarbeit, Verantwortung, Vertrauen. Im Rettungsdienst weiß jeder im Team genau, was zu tun ist – genauso ist es auch in unseren Projekten bei CANCOM. Besonders in sicherheitskritischen Bereichen ist dieses Zusammenspiel entscheidend.
CANCOM: Vielen Dank für das Gespräch und dein beeindruckendes Engagement – beruflich wie ehrenamtlich!