Tipps für effektives Zeit- und Selbstmanagement
Unsere Gastautorin und Training- & Development-Expertin Catharine Hack erklärt in ihrem aktuellen Blog-Beitrag, warum der richtige Zeitpunkt für die Auseinandersetzung mit Zeit- und Selbstmanagement gerade dann ist, wenn es scheinbar am wenigsten Sinn macht. Sie gibt euch außerdem praxisnahe Ansätze für ein erfolgreiches Zeitmanagement im Berufsalltag.
21. Februar 2024
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Lesedauer: 8 min.

Wer seine Zeitplanung im Griff hat, ist pünktlich, effektiv und erfolgreich. Wir bieten Zeit- und Selbstmanagement als CANCOM Business-Skill-Schulung in unseren Basistrainings an. Zu Beginn des Angebots erwartete ich, dass das Training insbesondere für diejenigen hilfreich ist, die neu ins Berufsleben starten und Priorisierung sowie Struktur in einem vielspurigen Tagesgeschäft erlernen. Der Bedarf war jedoch ein anderer: Gerade diejenigen, die schon fest und verlässlich im Business performen und sich durch ein gutes Standing weitere Projektverantwortung zusichern, konnten neue Impulse gewinnen. Tendenziell werden unsere Aufgaben mehr, die Zeit hingegen weniger.
Der richtige Zeitpunkt für die Beschäftigung mit dem eigenen Zeit- und Selbstmanagement ist genau dann, wenn es am wenigsten Sinn zu machen scheint: Wenn man keine Zeit hat. Wir alle haben mit mehr oder weniger Aufwand, Trial & Error, mit Vorbildern oder als Autodidakt gelernt, uns zu organisieren. Wenn wir jedoch keine Veränderungen an unserer Strukturierung vornehmen, fine tunen, dann wenden wir auf lange Sicht unser eigenes Programm an, das aber nicht sehr lange erfolgreich sein wird. Aufgaben, Anfragen, To Dos wachsen uns über den Kopf, nehmen eine eigene Dynamik an und eskalieren.
Es sind Kleinigkeiten, die uns im Alltag stärken und sich positiv auf unser Zeitmanagement auswirken. Dabei gibt es Tipps und Tricks, die schon erste Erfolge bewirken können. Diese finden jedoch eher oberflächlich statt. Es bedarf aber manchmal auch Veränderungen in der Tiefe, um erfolgreiches Zeit- und Selbstmanagement umzusetzen. Ein kritischer Blick in unsere Meeting-Gewohnheiten schafft gute Anknüpfungspunkte für Veränderungen:
Forscht man nach Tipps und Tricks, wird man Methoden finden, die sich gut und einfach in die eigene Praxis einfließen lassen:
Einige dieser Impulse umzusetzen, ermöglicht neue Herangehensweisen und neue Strukturen. In einem Training, wo man hands on ausprobieren kann, wird dieser Raum für Neuerungen ermöglicht. Wie viele Neuerungen wir zulassen und ein anderes Arbeiten umsetzen, hängt davon ab, wie erfolgreich wir Gewohnheiten beeinflussen können.
Ich präferiere noch eine weitere Sichtweise auf das Thema Zeit- und Selbstmanagement: nämlich eine beobachtende und bewertungsfreie. Oft färben wir das, was wir tun, negativ. Zu viel zu tun, zu viel Stress, zu viel Fremdbestimmung. Betrachten wir die eigene Haltung bewusst, können wir bisheriges Selbstverständnis und unbewusste Muster aufbrechen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Manager ist oft zu spät, scheint jederzeit gehetzt und verlässt in Meetings und Trainings den Raum, um Eskalationen zu klären. An Terminen nimmt er nicht verlässlich teil, er weiß nie, wie sehr er woanders gebraucht wird. Die eigene Wahrnehmung des Managers ist, sich zu 100% für sein Team, seine Kunden und sein Unternehmen einzusetzen. Er ist am Limit seiner Kraft. Seine Teammitglieder folgen seinem Vorbild. Die Wahrnehmung außerhalb seines Teams ist eine andere: Die Anzahl der Eskalationen ist sichtbar, Teammitglieder übernehmen keine Verantwortung und verweisen stets auf den Manager. Der Zusammenhalt im Team ist für alle spürbar, jedoch erleben andere Teams ein Gegeneinander statt Miteinander.
An dieser Stelle wird die Bedeutung einer Unterstützung deutlich. Würde hier ein Methodentraining weiterhelfen? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich würde der Trainer kein Gehör finden, weil die Zielsetzung des Trainings mit der persönlichen Haltung des Managers keinen gemeinsamen Nenner ermöglicht. Hinter dem Verhalten – dem Mind-Set – stecken Antreiber, die der Manager – wie wir alle – schon früh gelernt hat. Sie lassen ihn funktionieren und bringen ihn dazu, „Überlebensstrategien“ zu entwickeln, auf die er immer wieder zurückgreift, ohne sie zu hinterfragen. In der Regel sind wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auch sehr erfolgreich damit. Wünsche von außen nach mehr Transparenz, Delegation, Mitbestimmung, Veränderung der Feedback-Kultur werden negativ wahrgenommen.
Als Team Training & Development haben wir einerseits die Möglichkeit, mit Coaches, Mediatoren und Trainern, Angebote zu unterbreiten, andererseits bieten wir individuelle Beratung und Begleitung, sodass in einem geschützten Raum, eine Bereitschaft entstehen kann, sich Zusammenhänge, Hintergründe und Muster anzuschauen. Es bedarf einer bewertungsfreien und vertrauensvollen Zusammenarbeit, um diese Voraussetzungen zu schaffen.