CANCOM: Wie ist die Idee für das CANCOM Triathlon-Team entstanden?
Daniel: Das Triathlon-Team gab es bereits, als ich bei CANCOM angefangen habe. Durch meine Arbeit im Datacenter-Umfeld hatte ich früh engen Kontakt zur Business-Einheit Nord und bin regelmäßig in Hamburg. Dort bin ich morgens vor der Arbeit oft mit einem Kollegen laufen gegangen. Bei diesen gemeinsamen Runden haben wir schnell gemerkt, dass Ausdauersport für viele Kolleginnen und Kollegen bei CANCOM eine große Rolle spielt und einige jedes Jahr beim SUZUKI World Triathlon Hamburg presented by HAMBURG WASSER an den Start gehen. Aus dieser gemeinsamen Begeisterung ist nach und nach die Idee gewachsen, das bestehende Engagement stärker zu bündeln, sichtbarer zu machen und als standortübergreifendes CANCOM Team aufzutreten. Dass ich das Thema mit vorantreibe, hängt auch mit meiner Rolle bei CANCOM zusammen. Als Director im Competence Center Datacenter & Cloud bin ich viel im Austausch mit unterschiedlichen Business Units und Standorten. Das hilft natürlich, solche Initiativen zu vernetzen. Der Hamburg Triathlon spielt dabei eine besondere Rolle: Mit seiner enormen Teilnehmerzahl gehört er zu den größten Triathlons weltweit und bietet eine perfekte Bühne, um dieses Gemeinschaftsgefühl sichtbar zu machen.
CANCOM: Wie organisiert ihr Training und Austausch gerade standortübergreifend?
Daniel: Unser Team besteht aus etwa zehn Kolleginnen und Kollegen, verteilt über ganz Deutschland. Gemeinsame Trainings sind daher schwierig, das ist aber beim Triathlon auch nicht entscheidend, weil es kein klassischer Mannschaftssport ist. Viel wichtiger ist der Austausch, und der läuft bei uns hauptsächlich über eine Teams-Gruppe. Dort teilen wir Trainingsbilder, geben Tipps oder motivieren uns gegenseitig. Wir haben zum Beispiel richtig gute Läufer im Team, die beim Schwimmen noch Potenzial haben und umgekehrt. Da unterstützt man sich gegenseitig mit Erfahrung und Know-how. Außerdem schalten wir uns virtuell zusammen, etwa um die Anmeldung zum Hamburg Triathlon gemeinsam durchzuführen, damit wir im gleichen Block starten können. Für den Wettkampftag verabreden wir uns dann natürlich auch vorher persönlich.
CANCOM: Wie läuft so ein Wettkampftag bei euch ab?
Daniel: Wir treffen uns meistens früh im CANCOM Büro in Hamburg. Jeder bringt sein Rad mit, wir checken gemeinsam alles durch, tauschen Verpflegung aus und fahren dann zusammen an der Alster entlang zur Wechselzone, wo wir unsere Räder abgeben. Anschließend gehen wir gemeinsam zum Schwimmstart. Bei der ersten Disziplin, dem Schwimmen, macht jeder dann sein Ding. Wie gesagt, die Stärken der einzelnen Disziplinen variieren sehr stark im Team. Eine Kollegin sitzt schon auf dem Fahrrad, wenn der Rest von uns gerade die Hälfte der Schwimmstecke geschafft hat.
Was besonders Spaß macht: Durch mehrere Wendepunkte auf der Strecke läuft oder fährt man sich immer wieder entgegen. Dank unserer einheitlichen Trikots erkennen wir uns sofort, feuern uns an und motivieren uns gegenseitig. Nach dem Zieleinlauf treffen wir uns an der Verpflegungsstation, machen ein Teamfoto und lassen den Tag beim gemeinsamen Essen ausklingen.
CANCOM: Wie wichtig ist euch der Teamgedanke beim Triathlon und hat sich dadurch auch die Zusammenarbeit im Job verändert?
Daniel: Der Teamgedanke ist für uns extrem wichtig, auch wenn am Ende jeder für sich startet. Wir motivieren uns gegenseitig, aber wir challengen uns auch auf eine lockere und humorvolle Art. Im ersten Jahr bin ich teamintern Dritter geworden. Das habe ich als Ansporn genommen, im Jahr darauf noch mehr Gas zu geben. Besonders spannend ist für mich immer das Duell mit einem Kollegen, der leistungsmäßig auf Augenhöhe ist. Oft kommen wir gemeinsam aus dem Wasser, und dann beginnt der „Battle“ auf dem Rad und später auf der Laufstrecke. Diese kleinen freundschaftlichen Wettkämpfe pushen unglaublich.
Auch im Job hat sich dadurch einiges verändert. Unser gemeinsamer Sport stärkt das Teambuilding enorm. Wenn man sich im Büro trifft, hat man sofort ein Gesprächsthema. Vor allem standortübergreifend bringt das unglaublich viel. Bei der Größe von CANCOM weiß man oft gar nicht genau, was andere Teams machen. Durch den Austausch im Triathlon-Team hat sich das komplett verändert.
CANCOM: Wie bist du persönlich zum Triathlon gekommen und was motiviert dich?
Daniel: Ich bin durch meinen Vater zum Triathlon gekommen. Das ist mittlerweile etwa 30 Jahre her. Er hat schon Wettkämpfe gemacht, bevor ich geboren wurde. Ich habe dann als Kind mitgemacht und bin immer noch begeistert von dem Sport. Heute trainiere ich quasi täglich. Wie genau, hängt von der jeweiligen Phase ab. In der Vorbereitung, etwa vier Monate vor einem Wettkampf, trainiere ich jeden Tag: Laufen, Radfahren, Stabilisation. Für einen Ironman können es auch zwei oder drei Einheiten am Tag sein.
Das Training ist für mich der perfekte Ausgleich zum Job. Ich bekomme den Kopf frei, bin aber gleichzeitig sehr kreativ. Durch die Bewegung kommen mir oft die besten Ideen für Vorträge oder Problemlösungen. Tatsächlich nehme ich manchmal sogar an Calls teil, während ich laufen gehe.
CANCOM: Welche Parallelen siehst du zu deinem Job?
Daniel: Ich sage immer gern provokant: Sportler sind oft die besseren Geschäftsleute. Gerade im Ausdauersport arbeitet man lange auf ein Ziel hin – oft über anderthalb Jahre. Man investiert viel Zeit, richtet seine Entscheidungen konsequent daran aus, passt die Ernährung an, verzichtet auf Süßigkeiten oder Alkohol, erstellt Trainingspläne und bleibt dran, auch wenn es anstrengend wird.
Wenn man um fünf Uhr morgens laufen gehen muss oder bei acht Grad und Nieselregen aufs Rad steigt, ist der innere Schweinehund natürlich da. Aber genau dann heißt es: durchziehen.
Genau diese Konsequenz braucht es auch im Job – Ziele klar definieren, Entscheidungen darauf ausrichten und Durchhaltevermögen zeigen, egal ob in Kundenprojekten oder auf dem eigenen Karriereweg.
CANCOM: Was war deine größte sportliche Herausforderung und welchen Triathlon-Traum möchtest du dir noch erfüllen?
Daniel: Meine größte Herausforderung war der Ironman vor fünf Jahren. Dafür habe ich etwa anderthalb Jahre trainiert, meine Ernährung komplett umgestellt und bin sogar auf vegetarische Ernährung umgestiegen. Ich habe meine Business-Termine, wenn möglich, so gelegt, dass sie in meinen Trainingsplan passten. Im Winter habe ich teilweise Calls gemacht, während ich indoor auf der Rolle Fahrrad gefahren bin. Das war ein riesiger Invest mit rund 30 Trainingsstunden pro Woche – und das alles für einen Wettkampf. Es war hart, aber ich habe mein Ziel erreicht und sogar eine ziemlich gute Zeit erzielt.
Mein nächster Traum ist, mich in den nächsten neun Jahren – also bis ich 50 werde – für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu qualifizieren. Das ist ein echtes „Once in a Lifetime“-Ziel. Der Aufwand ist extrem hoch. Ich brauche eine noch länge Vorbereitungszeit und ein noch intensiveres Training als für den Ironman. Auch finanziell ist es nicht zu unterschätzen. Erstmal ist eine Reise nach Hawaii und der Aufenthalt vor Ort schon sehr teuer. Man sollte mindestens 14 Tage vor dem Wettkampf dort sein, damit sich der Körper an Temperatur und Luftfeuchtigkeit akklimatisiert. Zusätzlich kommen noch Kosten für das Material wie z.B. das Fahrrad und die hohe Teilnahmegebühr hinzu. Ein Vorteil bei CANCOM ist hier das Bike-Leasing – darüber lässt sich zumindest ein neues Rad gut finanzieren.
CANCOM: Gab es auch Rückschläge und wie bist du damit umgegangen?
Daniel: Ja, die gab es. Einmal habe ich mich im Wettkampf mit dem Fahrrad überschlagen – Totalschaden am Rad, Schulter ausgekugelt. Das war der einzige Wettkampf, den ich bisher abbrechen musste.
Beim letzten Wettkampf in Köln ist mir außerdem das Fahrrad gebrochen. Ich musste die letzten fünf Kilometer schieben, was mich viel Kraft und Zeit gekostet hat. Das ist natürlich ärgerlich, aber aufgeben ist für mich bei solchen Hürden keine Option.
CANCOM: Welchen Tipp gibst du Kolleginnen und Kollegen, die in eurem Team mitmachen wollen?
Daniel: Mein wichtigster Tipp ist: Habt keine Angst oder Scheu! Bei uns kann wirklich jeder mitmachen – unabhängig vom sportlichen Niveau oder der Ausstattung. Einige Team-Mitglieder sind nicht besonders sportlich oder perfekt ausgerüstet und haben trotzdem großen Spaß. Ein Kollege tritt zum Beispiel mit seinem alten Mountainbike an, weil es einfach geil ist. Probiert es einfach mal aus! Der Vorteil beim Triathlon ist auch, dass es sich um drei Disziplinen handelt. Es ist ein sehr umfangreicher Sport, der mit Krafttraining, Stabilisierung und Ausdauer viele Aspekte abdeckt. Auch die Community ist großartig: sehr international, offen und hilfsbereit. Man unterstützt sich gegenseitig, leiht Equipment aus und kommt schnell ins Gespräch.
Und man kann klein anfangen. Ich mache seit rund 30 Jahren Triathlon und habe alle Distanzen bis hin zum Ironman absolviert. Besonders die Sprintdistanz des Hamburg Triathlons ist aber auch für Einsteiger gut zu schaffen: 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen – das ist absolut machbar, auch ohne jahrelanges Training.
CANCOM: Vielen Dank für das spannende Gespräch und die Einblicke in das CANCOM Triathlon-Team und deinen sportlichen Alltag. Wir wünschen dir und dem Team weiterhin viel Erfolg bei den kommenden Wettkämpfen.