Simon Brauer zwischen Verteidigung und Vernetzung
Nach über zehn Jahren als Soldat auf Zeit und Reservist bei der Bundeswehr hat Simon Brauer 2025 einen neuen Weg bei CANCOM eingeschlagen. Mit einer Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration will er seine Erfahrungen beim Bund gezielt in seinem neuen Berufsfeld zum Einsatz bringen. Denn dort war er bereits als Systemadministrator tätig. Im Interview erzählt uns Simon seine Geschichte und die Hintergründe seines Karrierewechsels.
6. April 2026
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Lesedauer: 5 min.

CANCOM: Wann, wie und warum bist du zur Bundeswehr gekommen?
Simon: Bis auf meinen Großvater, der in den 1970er Jahren beim Bund war, hatte ich zunächst keine Berührungspunkte zum Militär. Mit dem Eintritt in die Bundeswehr erfüllte ich mir damals aber einen Kindheitstraum. Ich wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass ich der Gesellschaft, in der ich aufgewachsen bin, etwas zurückgeben möchte. Also habe ich mich kurz nach Aussetzung der Wehrpflicht freiwillig bei einem damaligen Kreiswehrersatzamt in Traunstein beworben und nach meiner mittleren Reife einen freiwilligen Wehrdienst angetreten. Aus ursprünglich geplanten zwölf Monaten wurden dann über zehn Jahre, bis ich Ende 2020 ausgeschieden bin. Nach meiner Dienstzeit habe ich über die Bundeswehrfachschule mein Fachabitur nachgeholt und ein Wirtschaftsinformatikstudium begonnen, was ich dann aber wieder abgebrochen habe. Mit kurzen Unterbrechungen war ich bis zu meinem Beginn bei CANCOM als Reservist in den deutschen Streitkräften tätig.
CANCOM: Was waren deine Aufgabenfelder beim Bund?
Simon: Abgesehen von unzähligen Einsätzen im Inland bei Waldbränden, Hochwasser, Schneelagen, Flüchtlings- und Coronahilfen oder Bergunglücken war ich auch bei zwei Auslandseinsätzen in Westafrika dabei. Außerdem bediente ich fahrzeuggebundene Waffenstationen und war Kraftfahrer für alle KFZ-Arten. Weiterhin war ich in verschiedenen Einsätzen als System-Administrator für technischen Objektschutz in Feldlagern tätig, bei denen ich den Einsatz von Kamera- und Drohnensystemen in Feldlagern konzipierte, einrichtete und wartete. Dadurch war ich, wenn auch nicht immer unmittelbar, für mehrere hundert Menschen mitverantwortlich und konnte insgesamt ein Jahr lang ohne freie Tage und mit dauerhafter Rufbereitschaft meine Resilienz unter Beweis stellen.
CANCOM: Wie kam es dann zu deiner Ausbildung zum „IT-Soldaten“?
Simon: Ich wurde nach meiner Grundausbildung in das „Gebirgsfernmeldebataillon 210“ in Bischofswiesen versetzt. Dessen Auftrag war: Sicherstellung der Führungs- und Kommunikationsfähigkeit der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“. Um das zu erreichen, mussten die Kampftruppe und alle Unterstützer mit weitreichenden Funk- und Satellitenkommunikationsmitteln ausgestattet werden. Diese Funk- und Führungssysteme stellte meine Einheit bereit, administrierte und betrieb sie. Hier wurde ich also zum „IT-Soldaten Streitkräfte“ ausgebildet. Obwohl ich von Anfang an in die Kampftruppe wollte, wurde ich vermutlich aufgrund meiner schulischen Vorbildung und meiner IT-Affinität zu den Gebirgsfernmeldern versetzt. Nach Auflösung des Fernmeldeverbandes wechselte ich zwei Jahre später zu den Gebirgsjägern.

CANCOM: Wann und warum hast du dich dafür entschieden, noch eine Ausbildung zu beginnen, und wie bist du auf CANCOM gekommen?
Simon: Nach meinem Studienabbruch blieb für mich weiterhin der Wunsch, mir selbst mehr Grundlagen in der IT zu erarbeiten und dabei meine bisherigen Erfahrungen einfließen zu lassen. Die IT ist ein Bereich, den wir täglich brauchen und der uns auch in Zukunft stetig begleiten wird. Der Security-Bereich interessiert mich vor allem, weil ich hier an meine alten Erfahrungen anknüpfen und auch etwas für die Gesellschaft tun kann.
Zu CANCOM kam ich auf Empfehlung einer Mitarbeiterin. Richtig begeistert für das Unternehmen wurde ich aber dann im Vorstellungsgespräch durch meinen jetzigen Ausbilder. Er war auch der ausschlaggebende Grund, warum ich mich gegen zwei andere Angebote und für CANCOM entschieden habe.
CANCOM: Welche Aspekte deiner Zeit beim Bund helfen dir heute in deiner Ausbildung?
Simon: Praktiken, die ich auf jeden Fall auch jetzt in meiner Ausbildung anwende, sind zum Beispiel klar und ruhig zu kommunizieren und bei Unklarheiten stets nachzufragen. Außerdem finde ich es wichtig, an neue Aufgaben erstmal selbst heranzugehen und zu versuchen, eine Lösung zu erarbeiten, anstatt sofort den Ausbilder um Rat zu fragen. Ich arbeite lösungs- anstatt problemorientiert und suche nicht aktiv nach Fehlern. Ein Motto aus der Bundeswehrzeit, nach dem ich auch heute im Arbeitsalltag lebe, ist „Schlimmer geht immer!“. Also immer erstmal Ruhe bewahren und motiviert bleiben, auch wenn es mal schlecht läuft oder hektisch wird. Außerdem habe ich festgestellt, dass eine fundierte Grundlagenausbildung später in komplexeren Umfeldern weiterhilft. Das schätze ich sehr.
CANCOM: In welcher Hinsicht bist du auch heute noch ein „IT-Soldat“?
Simon: Abgesehen davon, dass ich auch heute noch Reservist bei den deutschen Streitkräften bin, ist mir bei meiner Ausbildung bei CANCOM die Kameradschaft zwischen den Azubis enorm wichtig. Ich möchte den jüngeren Azubis als Vorbild dienen, vor allem wenn es um Kommunikation in Projekten, mit Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzten geht. Dank meiner Ausbildung bei der Bundeswehr weiß ich, wie man – wenn nötig – fehlende Struktur neugestaltet und klare Vorgaben macht. Außerdem habe ich neben meinem Pflichtbewusstsein auch ein hohes Sicherheitsbewusstsein entwickelt, das ich auch in der Ausbildung bei CANCOM pflege und weitergeben möchte. Im Grunde möchte ich zudem in meinem neuen Berufsfeld etwas für andere Menschen tun. Es gibt genug Schlechtes auf der Welt. Ich möchte gerne jemand sein, der für die Gesellschaft eintritt – auch außerhalb der Bundeswehr.
CANCOM: Vielen Dank für die interessanten Einblicke und alles Gute weiterhin für deine Ausbildung.