CANCOM: Du hast ein berufsbegleitendes Studium gemacht. Wie kam es dazu?
Cornelia: Ich bin seit 2020 Teil des Corporate Communications Teams bei CANCOM und dort in der internen Kommunikation tätig. Angefangen habe ich während meines Bachelors „Technische Redaktion und Kommunikation“ als Werkstudentin, 2022 wurde ich dann Internal Communication Specialist. Nachdem ich meinen Bachelor of Engineering in der Tasche hatte, hatte ich das Gefühl, dass noch mehr in mir steckt. Das Studium fiel mir relativ leicht, und ich wollte herausfinden, ob ich auch einen Master schaffen würde. Davor hatte ich immer großen Respekt – und genau deshalb wollte ich es mir selbst beweisen. Ein berufsbegleitendes Studium war für mich ideal, weil ich nicht komplett aus der Arbeitswelt herausgerissen werden wollte und es mir bei CANCOM viel Spaß macht. Eine Professorin der Hochschule München erzählte mir schließlich von einem neuen berufsbegleitenden Master, der perfekt auf meinen Bachelor aufbaut und inhaltlich super zu meinem Job passt. Da wusste ich: Das probiere ich aus. Vor knapp drei Jahren habe ich mich eingeschrieben – und inzwischen erfolgreich meinen Master of Engineering in Forschungs-, Innovations- und Technologiekommunikation abgeschlossen.
CANCOM: Was waren die Schwerpunkte des Masterstudiengangs? Wie kannst du das Wissen bei CANCOM einsetzen?
Cornelia: Der Master war ein ingenieurwissenschaftlicher Studiengang mit stark technischem Fokus: IT, KI und neuronale Netze, Werkstoffkunde sowie Energiekonzepte und erneuerbare Energien. Gleichzeitig ging es immer auch um die Frage, wie man solche technischen Inhalte über welche Medien und Kanäle zielgruppengerecht kommuniziert. Das passt perfekt zu meinem Job – besonders zum Schwerpunkt IT. Bei meiner Arbeit dreht sich alles darum, was intern kommuniziert wird – von Vorstands- über Eventkommunikationen bis zu der Kommunikation zwischen den Fachabteilungen. Mit meinem Team entwickle ich Strategien und neue Formate, wie wir die interne Kommunikation über unterschiedliche Medien auf das nächste Level bringen können. Durch das Studium habe ich aber vor allem gelernt, mich viel schneller in komplexe technische Themen einzuarbeiten. Wenn ich heute bei CANCOM mit einem neuen IT-Sachverhalt konfrontiert werde, verstehe ich ihn deutlich schneller. Auch die zielgruppengerechte Kommunikation – mit den passenden Formaten und Methoden – habe ich im Bachelor und Master intensiv gelernt.
Umgekehrt konnte ich viele berufliche Erfahrungen in das Studium einfließen lassen. Wir hatten zahlreiche projektbezogene Prüfungen, in denen ich Themen aus meinem Arbeitsalltag verwenden konnte. Das war ein großer Vorteil.
CANCOM: Wie lief dein berufsbegleitendes Studium ab?
Cornelia: Um das berufsbegleitende Studium in den Alltag zu integrieren, habe ich meine Arbeitszeit bei CANCOM auf 32 Stunden pro Woche reduziert und hatte meist freitags frei – oder ich habe den Tag flexibel getauscht, wenn Präsenztermine anstanden. Pro Semester bekam ich außerdem eine Woche bezahlte Freistellung für die intensiven Präsenzphasen an der Hochschule. Der übrige Unterricht fand mehrmals pro Woche abends statt, jeweils zwei bis vier Einheiten.
CANCOM: Wie hat dich dein Team bzw. CANCOM unterstützt?
Cornelia: Als ich meinem Vorgesetzten von meinem Plan erzählte, hat er sofort Unterstützung signalisiert und mir die Stundenreduzierung ermöglicht. Mein Team hat mir außerdem viel abgenommen, wenn es an der Uni stressig wurde. In ruhigeren Phasen habe ich das wieder ausgeglichen – das funktionierte sehr gut. Und was ich nie erwartet hätte: CANCOM hat sogar meine Studiengebühren übernommen – obwohl der Studiengang nicht dual war. Ich finde es großartig, dass CANCOM meine akademische Weiterbildung möglich machte.
Während des Masterstudiums hatte ich zudem einen schweren Schicksalsschlag, der mich sehr belastete und den Uni- und Arbeitsalltag durcheinanderbrachte. Ich bin sehr dankbar, dass ich zu jeder Zeit offen mit meinem Vorgesetzten darüber sprechen konnte. Über CANCOM wurde mir außerdem ein Coaching vermittelt, das mir enorm half, die Situation besser zu bewältigen. Ich finde es toll, dass CANCOM solche Coachings anbietet – auch wenn sie nicht direkt arbeitsbezogen sind.
CANCOM: Wie hast du den Spagat zwischen Beruf, Studium und Privatleben gemeistert?
Cornelia: Es war definitiv eine herausfordernde Zeit. Ich habe versucht, nicht ständig darüber nachzudenken, wie anstrengend es ist, sondern einfach Schritt für Schritt weitergemacht: Arbeit – Uni – Feierabend, jeden Tag aufs Neue. Die Prüfungsphasen waren besonders hart, da gingen viele Wochenenden fürs Lernen drauf, da ich unter der Woche nach der Arbeit und Vorlesung so müde war, dass das Lernen im Anschluss nicht mehr wirklich möglich war. Die größte Herausforderung war jedoch die Masterarbeit: Es gab keinen festen Ablauf, ich musste mich jeden Tag neu motivieren – das war sehr anstrengend, vor allem, weil ich zu dieser Zeit wieder 40 Stunden arbeitete. Was mir unglaublich geholfen hat, war mein Ausgleich: Ich spiele Theater, engagiere mich ehrenamtlich als Schwimmlehrerin, mache viel Sport und bin im Sommer meinen ersten Triathlon gelaufen. Das war perfekt, um den Kopf frei zu bekommen. In den Semesterferien, in denen ich „nur“ gearbeitet und trotzdem freitags frei hatte, konnte ich über die langen Wochenenden gut entspannen.
CANCOM: Hat das Studium deinen Blick auf deine Arbeit oder deine Karriere verändert?
Cornelia: Absolut. Ich sehe Veränderungen heute viel positiver als früher. Sie sind meistens etwas Gutes – man muss sie nur zulassen und dranbleiben. Diese Haltung habe ich erst im Laufe des Studiums entwickelt. Die IT-Welt verändert sich rasant, und besonders das Thema Künstliche Intelligenz hat mir früher eher Angst gemacht. Durch das Studium bin ich jedoch ein großer KI-Fan geworden. Sie wird meinen Arbeitsplatz verändern – und tut es teilweise schon. Ich nutze KI täglich: zum Optimieren von Texten, für Recherchen oder zum Brainstorming. Das erleichtert meinen Alltag enorm.
CANCOM: Gab es ein Motto oder eine Erfahrung, die dich in dieser Zeit besonders geprägt hat?
Cornelia: Ja, zwei Dinge. Erstens: Wenn du unzufrieden bist, schau zuerst, was du selbst verändern kannst, damit es dir wieder besser geht. Man kann sich nicht nur darauf verlassen, dass sich das Umfeld ändert. Das hilft in vielen Lebenslagen.
Zweitens: Lass dir niemals sagen, dass du etwas nicht schaffen kannst – probiere es einfach aus!
Meine schulische Laufbahn verlief nicht reibungslos. Nach der Grundschule wurde mir der Übertritt in die Hauptschule empfohlen – das hat mich damals sehr getroffen. Ich habe oft gehört, dass ich vieles nicht schaffen würde. Aber ich habe einfach weitergemacht: Ausbildung, Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, Bachelor, jetzt den Master. Selbst wenn etwas nicht klappt, habe ich es zumindest versucht. Man darf sich ruhig mehr zutrauen, als man denkt.
CANCOM: Wie fühlt es sich an, deinen Abschluss jetzt in der Tasche zu haben?
Cornelia: Ich bin unglaublich stolz. Gerade weil ich das Grundschulzeugnis noch so präsent im Kopf habe – damals war das ein richtiger Schlag. Und jetzt halte ich meinen Master of Engineering in den Händen. Das motiviert mich enorm: Dinge auszuprobieren, weiterzumachen und herauszufinden, ob ich sie schaffen kann. Das habe ich verinnerlicht. Dass ich nebenher sogar meine Hobbys fortführen konnte – den Triathlon gelaufen bin, Theater gespielt habe, als Schwimmtrainerin aktiv war – macht mich noch stolzer. Der Master ist für mich wirklich die Krönung eines langen Weges.
CANCOM: Welche Tipps hast du für Kolleginnen und Kollegen, die ebenfalls über ein berufsbegleitendes Studium nachdenken?
Cornelia: Macht es! Lasst euch nicht abschrecken – es ist anstrengend, aber absolut machbar. Wichtig ist, frühzeitig mit dem Arbeitgeber zu sprechen. Idealerweise hat das Studium einen inhaltlichen Bezug zum Job. Dann kann man gut erklären, welchen Mehrwert es bringt und warum eventuell eine Stundenreduzierung sinnvoll wäre. Je früher man das Gespräch sucht, desto besser.
CANCOM: Herzlichen Glückwunsch nochmal zu deinem Master und vielen Dank für das Interview. Wir sind gespannt, was du als Nächstes in Angriff nimmst.